Bündnis 90/ Die Grünen: wie wir heute unsere Stadt für morgen planen

Flächennutzungsplan stellt wichtige Weichen für die Zukunft der Stadt Wie wird unsere Stadt in der Zukunft aussehen? Wird es genügend sozialen Wohnraum geben? Werden unsere Kinder noch in einem gesunden und familienfreundlichen Umfeld aufwachsen können?

24.06.22 –

Wie wird unsere Stadt in der Zukunft aussehen? Wird es genügend sozialen Wohnraum geben? Werden unsere Kinder noch in einem gesunden und familienfreundlichen Umfeld aufwachsen können? 

Der Kreisverband Kempten und nördliches Oberallgäu von Bündnis 90/Die Grünen möchte mit solcherlei Fragen den Fokus der Bürgerinnen und Bürger auf ein sehr aktuelles und bedeutsames Thema lenken. Dazu findet am Samstag, den 25.6., ab 10.00h eine Veranstaltung der Grünen mit dem Titel "Grün statt Grau" am Hildegardplatz in Kempten statt. Die Grünen laden zur Information und Diskussion auf dem "grünen Sofa" ein. Hintergrund sei, dass derzeit in Kempten - von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen - die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplanes laufe, so die grüne Kreissprecherin Angela Isop. Dieser lege fest, welche Flächen für die Natur, Gewerbe, Landwirtschaft, Wohnen, Mobilität oder für Erholung auf dem Gebiet einer Kommune vorgesehen werden.  

"Wir nehmen den Flächennutzungsplan sehr ernst" betont Isop, "schließlich stellt dieser die Weichen dafür, wie sich unsere Stadt bis 2040 entwickeln wird. Wie viel Grün noch vorhanden, wie gut die Luft sein wird und wie sich die Menschen begegnen werden." Der grüne Kreisverband habe dazu ein detailliertes Positionspapier entwickelt, das intelligente Maßnahmen fordert. 

Ein wichtiger Vorschlag bestehe darin, Wohnraum durch Nachverdichtung,  Gebäudeaufstockung oder Parkplatzüberbauung zu schaffen, konstatiert Franziska Maurer, grüne Stadträtin. Im Gegenzug müsse man Grünflächen erweitern, Biotope verbinden, Parkplatz- und Gewerbeflächen entsiegeln, und Richtlinien festschreiben. 

"Wir Grünen möchten auch beim Bauen, wo immer es möglich ist, kreative und innovative Konzepte realisieren, um so den Flächenfraß zu minimieren und die Stadt weiterhin lebenswert zu gestalten", erklärt Maurer, die für die Grünen im Kemptener Bauausschuß sitzt. "Landschaft muss heute auch geplant werden, in dem wir Freiraumkonzepte erstellen und Grünflächenkonzepte für alle Bauvorhaben verbindlich festschreiben. Dadurch schützen wir unsere Flächen und werten sie auf", ist sich Maurer sicher. 

"Auch die soziale Komponente liegt uns sehr am Herzen", meint die grüne Stadträtin Barbara Haggenmüller.  Nach dem Motto 'Boden für alle' könne die Stadt vermehrt Vorkaufsrechte ausüben sowie Grundstücke über Erbbaurecht vergeben. "Dadurch wollen wir ein stückweit mehr Gerechtigkeit bei der Bodennutzung für alle Menschen in unserer Stadt erreichen", so Haggenmüller.

Für eine zukunftsfähige Mobilität müssen nach Meinung der Grünen außerdem zentrale Flächen für ÖPNV und Rad reserviert, Umsteigepunkte geschaffen und der Bahnhof als Drehscheibe ausgebaut werden. 

Wünschenswert seien sogenannte "Grüne Adern", indem man vorhandene Biotope verbindet und sie gleichzeitig als Radwege nutzt (Ost-West: Bachtelweiher-Reichelsberg, Nord-Süd: Illerhangleite-Berliner Platz und Franzosenbauer-Haldebuckel).

Auch in Puncto Klimaanpassung fordern die Grünen konsequente Maßnahmen. "Frischluftschneisen wie Boleite-, Rottach- und Illerschneise sollten wir unbedingt erhalten sowie 50% Fassadenbegrünung bei Neu- und Gewerbegebieten festschreiben" sagt die grüne Kreissprecherin und fügt hinzu: "Für uns bedeutet nachhaltiges Wirtschaften auch vorrangig Gewerbe- Gebiete zu verdichten bzw. aufzustocken anstelle neu auszuweisen. Man musste prüfen, ob und wie vorhandene Flächen umgenutzt bzw. innovativ entwickelt werden können sowie Alternativen ausloten."  Damit auch die Energiewende besser gelinge, sollen alternativen Energiequellen insbesondere die Sonnenenergie konsequent genutzt werden. "Allerdings sind für uns Grüne Freiflächen-Solaranalgen auf landwirtschaftlichen Flächen mit hoher Bodenqualität tabu. Statt dessen fordern wir PV-Anlagen auf Dächern und versiegelten Flächen, wo immer möglich", sagt Isop überzeugt und bilanziert, "alle genannten Maßnahmen tragen dazu bei, der Klimaerhitzung entgegenzusteuern. Gleichzeitig erreichen wir positive Effekte auf unsere Umwelt, Artenvielfalt und damit auf die Lebensqualität in unserer Stadt."

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