
03.08.15 –
Beim Besuch des bildungspolitischen Sprechers der Grünen Landtagsfraktion, Thomas Gehring, in der Staatlichen Berufsschule Ostallgäu berichteten die Schulleitung und die Lehrkräfte von der großen Herausforderung durch die Beschulung von jungen Asylbewerbern und Flüchtlingen.
„Wir haben uns dieser Aufgabe gerne gestellt und tun das in einem lernenden System“, so der Schulleiter Remigius Kirchmaier. Es habe zu Anfang kein gängiges Konzept für die Beschulung vorgelegen, das so einfach zu übertragen gewesen wäre. „So mussten wir erst ein tragbares Konzept für unsere Schule entwickeln und haben dadurch viel gelernt und lernen noch immer“, erklärte auch der Klassenleiter, Selah Okul. Das größte Problem seien die mangelnden Kenntnisse der deutschen Sprache. Dadurch würden die Schüler dem Unterricht in regulären Klassen für Jugendliche ohne Ausbildung der Berufsschule nicht folgen können. Deshalb sei intensive sprachliche Förderung und die gesellschaftliche Integration eine Grundvoraussetzung, die in den sogenannten Vorklassen zum Berufsintegrationsjahr vermittelt werden.
Gestartet sei die Schule mit 20 Schülerinnen und Schülern aus vielen verschiedenen Nationen. Inzwischen wird im September, aufgrund der großen Nachfrage, mit einer zusätzlichen dritten Klasse begonnen. Der Allgäuer Landtagsabgeordnete Thomas Gehring konnte die Forderung der Verantwortlichen in der Berufsschule nach besserer staatlicher Unterstützung gut verstehen und betonte: „Neben all dem hervorragenden eigenen Engagement der Schulen und deren Bereitschaft zur Weiterentwicklung der Schulkonzepte, muss auch die Staatsregierung deutlich mehr in die Verantwortung gehen.“ Er wies dabei auf die derzeit laufenden Diskussionen zum Landeshaushalt hin und machte deutlich dass dringend entsprechende Mittel für Lehrerstellen zur Bildung neuer Klassen eingestellt werden müssen. Thomas Gehring nahm auch die Bitte der jungen Menschen mit, auf Betriebe zuzugehen. „Wir müssen dort dafür werben und die Sorge nehmen, dass Flüchtlinge während der Ausbildungszeit abgeschoben werden könnten. Wenn Flüchtlinge eine qualifizierte Berufsausbildung erhalten, entsteht sowohl für Betriebe als auch für die Jugendlichen eine win-win-Situation.“
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