BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Kempten

Grüne Jugend fordert: Ökologische Verkehrswende und Sicherheit auf der B12 jetzt!

Wir, die 3 Grüne Jugend-Gruppen aus dem Allgäu, fordern, dass die Bundesstraße B12 im Abschnitt von Buchloe bis Kempten mit kleinen Maßnahmen kurzfristig sicherer gemacht werden muss. Wir fordern aufgrund der allumfassenden und dramatischen Klimakrise und aus ökologischen Gründen den Stopp des vierspurigen B12-Ausbaus, um eine echte Verkehrswende mit attraktiverem ÖPNV-Verkehr einzuleiten.

24.12.20 –

Statement der Grünen Jugenden Oberallgäu, Unterallgäu, Westallgäu und jungen Vertretern der Grünen aus dem Ostallgäu zum vierspurigen B12-Ausbau

Das Problem:
Statistiken und Definitionen zufolge ist die B12 keine Straße mit großem Unfallschwerpunkt (Quelle 1 siehe Ende), sondern im Vergleich zu den Unfallraten anderer Bundesstraßen im Mittelfeld. Jedoch sind die Unfallfolgen auf Landstraßen meist sehr schlimm und die Zahl der Unfälle nahm von 2012-2016 nicht wesentlich ab, daher muss dringend gehandelt werden. Größere Straßen ziehen jedoch auch mehr Verkehr nach sich und dies ist in Zeiten der globalen Klimakrise und der enormen Bodenversieglung keine verantwortungsvolle und nachhaltige Lösung.

Unsere Lösungsvorschläge für mehr Sicherheit auf der B12:
Wir fordern strengere Tempolimits, Überholverbote und weiterhin hohen Kontrolldruck, um die Unfallgefahr schnell zu senken. Außerdem sollen, wo nötig und möglich, kleinräume Baumaßnahmen stattfinden, wie z.B. kleine Stopper zwischen den Fahrbahnen, die Fahrer*innen auf Spurübertretung aufmerksam machen.

Mit der vierspurigen B12 scheitert die echte Verkehrswende im Allgäu:
Der individuelle PKW-Verkehr im und ins Allgäu darf aus ökologischer Sicht und Klimaschutzperspektive nicht zunehmen und noch attraktiver gemacht werden, denn wie unlängst bekannt ziehen neue und größere Straßen mehr Verkehr nach sich. Wenn der Weg mit dem Auto in die Berge einfacher und schneller wird, werden mehr Menschen häufiger in die Berge fahren. Der Ausbau der B12 zur defacto „Allgäu-Autobahn“ bringt einer Reihe katastrophaler Folgen für Mensch und Natur mit sich:

1. Versieglung von ca. 100 Ha wertvollen Bodenfläche für Ökosysteme und Landwirtschaft.
2. Mehr Stress durch mehr Verkehr und mehr Lärm für ruhebedürftige Tierarten.
3. Anstieg der CO2-Emmissionen durch höhere Geschwindigkeiten und mehr Verkehr. Über die letzten 50 Jahre hat sich Zahl der Personen, mit dem PKW erreichen können, in etwa verdreizehnfacht (2). Mit dem Ausbau und dem veränderten Freizeitbedürfnis steigt diese Zahl weiter zu Lasten des Klimas und der Schönheit des Allgäus.
4. Mehr Tagestourismus statt qualitativ hochwertigerem Übernachtungstourismus im Allgäu, wovon weder Anwohner noch Hotellerie profitieren.
5. Weicher Standort gefährdet: Viele gut qualifizierte Menschen wohnen und ziehen wegen der einzigartig ruhigen und naturnahen Umgebung ins Allgäu. Mit dem Ausbau geht ein weiterer Teil dieser Schönheit für alle Allgäuer*innen verloren.
6. Mit dem Straßenausbau sinkt der Druck auf die Modernisierung der ÖPNV-Infrastruktur und verhindert damit eine nachhaltige Verkehrswende. 

Unsere Lösung für eine echte nachhaltige Verkehrswende im Allgäu:
Um die Verkehrswende ernsthaft anzugehen, müssen wir die Schiene und den ÖPNV attraktiver machen und Waren, Pendler*innen und Touristen*innen mittel- bis langfristig auf Bus und Bahn umlagern. Mit der B12 als sichere aber weniger attraktive Verkehrsalternative kann die Verkehrswende im Allgäu beginnen. Das Geld sollten wir daher weniger in die Straße, sondern mehr in den Ausbau und die Elektrifizierung des Regionalverkehrs, sowie in die Verbesserung der ÖPNV-Angebote stecken, um diesen attraktiver zu machen. Der vierspurige B12-Ausbau würde die Verkehrswende um weitere Jahrzehnte verschleppen, wertvolle Zeit, die wir nicht verspielen dürfen. Final wird mit den vorgeschlagenen Maßnahmen und der Reduktion des PKW-Verkehrs auch die statistisch belegbare und die gefühlte Sicherheit auf der B12 zunehmen.

(1) www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Viele-Pendler-fuerchten-die-B12-Ist-die-Strasse-eine-Todesstrecke-id37426647.html

(2) www.sueddeutsche.de/bayern/allgaeu-kempten-b12-ausbau-verkehr-1.5008788

 

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