Grüne: Geplanter B12-Ausbau torpediert Klimaschutz

26.08.22 –

Die große Zahl von Demonstrierenden, die anlässlich des Besuchs des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder auf der diesjährigen Festwoche gegen den autobahnähnlichen Ausbau der B12 zwischen Kempten und Buchloe protestierten, sprechen nach Meinung der Grünen eine deutliche Sprache: "Für diese immense Verschwendung von Steuergeldern sehen wir keinen Bedarf. Angesichts der auch im Allgäu deutlich spürbaren Klima-, Umwelt- und Energiekrise ist der geplante Ausbau der B12 nicht mehr zeitgemäß", konstatiert Dr. Stefan Thiemann,  grüner Stadtrat und Mobilitätsbeauftragter in Kempten. Im Gegenteil, so Thiemann, und erklärt "der Ausbau torpediert jegliche Klima- und Umweltschutzziele." Wer Straßen vergrößere, ziehe unweigerlich mehr Verkehr an. Unter Umständen provoziere der Ausbau sogar die Ausweisung dem Klimaschutz absolut kontraproduktiver neuer Gewerbegebiete. Die resultierenden Umweltauswirkungen wie Flächenversiegelung, Rückgang von Artenvielfalt und landwirtschaftlicher Nutzflächen, CO2-Ausstoß und anderen Emissionen führten staatlich geforderten Klimaschutz im Kampf gegen die globale Klimaerhitzung ad absurdum, sind sich die Kemptener Grünen sicher und bemängeln, dass es eine Untersuchung zu den Umweltbelastungen und dem CO2-Ausstoß durch den Ausbau der B12 bislang nicht gegeben habe. Zudem müssten für den B12 Ausbau rund 70 Brücken und Unterführungen abgerissen und neu gebaut werden.  Nicht wirklich berücksichtigt habe man auch lokale Besonderheiten wie beispielsweise mögliche Beeinträchtigungen des Landschaftsschutzgebietes  "Betzigauer Moos", welches seit 1987 bestehe und durch den genehmigungspflichtigen Ausbau betroffen wäre.

"In der heutigen Krisensituation ist der geplante Ausbau der B12 klar Politik von Gestern und schlichtweg Wahnsinn",  kritisiert auch Angela Isop, Kreissprecherin des Kreisverbands Kempten und nördliches Oberallgäu. Ein Unfallschwerpunkt sei die B12 zwischen Kempten und Buchloe schon lange nicht mehr. "Statt des längst überholten Ausbaus der B12 fordern wir Grünen gemeinsam mit Bund Naturschutz und vielen anderen Umweltverbänden eine deutlichere Geschwindigkeitsbegrenzung, denn das ist einfach umzusetzen und spart Kosten, Nerven und Ressourcen.  Zeitgleich brauchen wir endlich den massiven Ausbau des ÖPNV und regenerativer Energiequellen, wie Photovoltaik und Windkraftanlagen, sowie die konsequente Förderung innovativer Technologien. Die Politik muss endlich die Zeichen der Zeit und den mehrheitlichen Willen unserer Bürgerinnen und Bürger erkennen und dementsprechend handeln."

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