
16.09.26 –
Der vom Stadtrat beschlossene Klimaplan 2035 verpflichtet die Stadt Kempten zu konkretem Handeln bei Klimaschutz und Klimaanpassung.
Von Gertrud Epple, Beauftragte für Umwelt- und Klimaschutz, Bündnis 90/die Grünen
Betreff: Hildegardplatz als Pilotprojekt – Begrünung, Hitzeschutz und sichtbare Umsetzung
des Kemptner Klimaplans 2035
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
der vom Stadtrat beschlossene Klimaplan 2035 verpflichtet die Stadt Kempten zu konkretem Handeln bei Klimaschutz und Klimaanpassung. Wenn dieser Beschluss politisch ernst gemeint ist, muss er auch im Herzen der Stadt sichtbar werden: Der Hildegardplatz sollte als prioritärer Ort für Begrünung, Verschattung und Hitzeschutz entwickelt werden.
Ich beantrage daher, den Hildegardplatz als Modellfläche für eine klimaresiliente Umgestaltung zu prüfen/ zu beschließen und die Umsetzung mit einem klaren Pilotcharakter auszustatten. Als praxistaugliche Lösung schlage ich 3 bis 5 große mobile Pflanzcontainer mit Regenwasserreservoir und Sitzplatzgestaltung vor, die bei Bedarf mit Gabelstapler oder Bagger versetzt werden können. Dadurch entsteht ein flexibles, erweiterbares und ortsbezogen anpassbares System, das kurzfristig Wirkung entfaltet und langfristig auf weitere Plätze in Kempten übertragbar ist.
Die Finanzierung dieser Pflanzcontainer sollte über ein gezieltes Sponsoring von Unternehmen erfolgen, die Klimaschutz in Kempten bereits sichtbar mittragen, etwa ortsverbundene Betriebe wie die Bahnhofapotheke oder Dachser. So könnte die Stadt ein öffentlich wirksames Klimaschutzprojekt mit lokaler Verantwortung, bürgerschaftlichem Engagement und wirtschaftlicher Mitverantwortung verbinden. Ein solches Sponsoring würde nicht nur die kommunalen Mittel schonen, sondern auch verdeutlichen, dass Klimaschutz eine gemeinsame Aufgabe von Stadt, Wirtschaft und Stadtgesellschaft ist.
Ein weiterer Container könnte über eine Spendenaktion von Kemptner Bürgern erfolgen. Der Wunsch nach einem lebendig begrünten Hildegardplatz besteht seit vielen Jahren aus der Bürgerschaft.
Für die Bepflanzung und Pflege sollte der Baummanager und die Stadtgärtnerei federführend eingebunden werden. Sie verfügt über ausgewiesene Kompetenz in Grünpflege, Bepflanzungsplanung, Baumpflanzungen, Biodiversität und torffreier Pflanzenproduktion. Die Stadtgärtnerei kann die Container fachlich mit geeigneten Pflanzerden, klimaangepassten Arten, hoher Biodiversität und einer auf Verschattung ausgerichteten Bepflanzung entwickeln und dauerhaft pflegerisch begleiten.
Gerade die Kombination aus mobilen Klimabäumen, Kletterpflanzen, biodiverser Unterpflanzung und Regenwasserspeicher macht den Vorschlag politisch überzeugend: Er ist sichtbar, kurzfristig umsetzbar, kostenbewusst und ein direktes Zeichen dafür, dass Kempten den Klimaplan 2035 nicht nur beschlossen, sondern auch im öffentlichen Raum umgesetzt hat.
Der Stadtratsbeschluss zum Klimaplan 2035 verpflichtet zum Handeln; der Hildegardplatz ist ein Prüfstein dafür, ob Kemptens Klimapolitik nur auf dem Papier steht oder im Stadtraum ankommt.
Ich bitte darum, diese Maßnahme dem Stadtrat bzw. den zuständigen Ausschüssen zurBeschlussfassung vorzulegen und die Verwaltung mit einer konkreten Umsetzungsvorlage zu beauftragen.
Mit freundlichen Grüßen
Gertrud Epple
Beauftragte für Umwelt und Klimaschutz
Bündnis 90/die Grünen
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