02.03.26 –
Die jüngsten Änderungen am Gebäudeenergie-Gesetz (GEG) sind aus Sicht des Kreisverbands Kempten von Bündnis 90/Die Grünen ein klimapolitischer Rückschritt. Statt klare Leitplanken für eine verlässliche Wärmewende zu setzen, werden fossile Heizsysteme faktisch verlängert und Hoffnungen auf sogenannte „grüne Brennstoffe“ geschürt, die auf absehbare Zeit weder ausreichend verfügbar noch bezahlbar sind.
„Die Bundesregierung verkauft rückwärtsgerichtete Interessen der fossilen Lobby als technologischen Fortschritt“, erklärt Angela Isop, Sprecherin des Kreisverbands und Kandidatin für den Stadtrat. „Wer heute noch neue Gas- oder Ölheizungen ermöglicht, verschiebt die Kosten in die Zukunft – für das Klima und für die Menschen. Das ist weder sozial gerecht noch verantwortungsvoll.“
Die sogenannte „Grüngasquote“ suggeriert Klimaschutz, stabilisiert aber vor allem das bestehende Gassystem. Grüner Wasserstoff und synthetische Brennstoffe sind knapp und werden dringend in Industrie und Schwerverkehr benötigt. Ihr Einsatz in Gebäuden ist ineffizient und teuer.
Sebastian Riedel, Vorstandsmitglied des Kreisverbands und Experte für erneuerbare Energien, betont: „Es ist energiepolitisch unsinnig, knappen grünen Wasserstoff oder Biomethan in Heizkesseln zu verbrennen. Die Wärmepumpe ist in den meisten Fällen die wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung. Statt fossile Strukturen künstlich zu verlängern, müssen wir Stromnetze ausbauen und digitalisieren, Effizienz steigern und erneuerbare Wärme konsequent voranbringen.“
Auch für Mieterinnen und Mieter birgt der aktuelle Kurs erhebliche Risiken. Steigende CO₂-Preise und teure Brennstoffe drohen die Nebenkosten weiter zu erhöhen, ohne dass sie selbst Einfluss auf die Heizungsentscheidung haben.
Zudem gefährden widersprüchliche politische Signale das regionale Handwerk. Viele Betriebe in Kempten und im Allgäu haben in Weiterbildung, Personal und Wärmepumpen-Kompetenz investiert. Eine erneute Aufwertung fossiler Systeme schafft Unsicherheit statt Zukunftsperspektiven.
Angela Isop abschließend: „Klimaschutz, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft gehören zusammen. Die Wärmewende braucht klare Regeln und Planungssicherheit – auch für das Handwerk im Allgäu. Alles andere ist ein Geschenk an die fossile Lobby.“
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